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Der APOE Genotyp und das Anti-Kokosfett-Gen

Wer soziale Medien verfolgt, Fachartikel über Ernährung liest, Pubmed auf Primärliteratur durchwühlt oder auch nur ein Fitness oder Lifestyle Magazin durchblättert findet unzählige Begründungen Pro Kokosfett aber auch Contra Kokosfett. Warum treffen nun aber Professoren, Wissenschaftler, Top Ernährungsexperten, Ärzte etc. absolut unterschiedliche Aussagen?


Wir haben ca. 25.000 Gene

Bei allen Diäten ob, im Vegetarismus, Veganismus, Paleo, Intermittent Fasting (IF), High Fat, Low Fat oder in einer der anderen von hunderten Diätformen, die man findet, wenn man Diäten bei Google eingibt, wird versucht Menschen zu kategorisieren. Die Suche nach der „One-Fits All-Diät“ ist allgegenwärtig. Diese „One-Fits-All-Diät“ gibt es aber nicht zeigt die Praxis. Manche Diäten sind erfolgreich und Person A verliert Körperfett, Person B jedoch nimmt nicht ab oder vielleicht nicht an den gewünschten Körperstellen. Bei manchen funktioniert Intermittent Fasting, bei manchen jedoch kann IF das Gegenteil auslösen und zu Energieverlust führen oder sogar zu schlechten Blutfettwerten. Warum es also keine „One-Fits-All-Diät“ gibt, liegt an der Einzigartigkeit unseres menschlichen Daseins — wir haben ca. 25.000 Gene, mit je unterschiedlichen Varianten.


Das APOE Gen

Das APOE Gen, ist ein Gen, das für das Lipoprotein E exprimiert (exprimiert bedeutet in der Fachsprache lediglich, dass das Gen etwas produziert, in dem Fall eben das Lipoprotein E). Dieses Lipoprotein ist dafür verantwortlich, wie Triglyceride und Cholesterin aus der Blutbahn abtransportiert werden. Gelingt das nicht, kann es zu verstopften Arterien kommen und die Gefahr für einen Schlaganfall oder für Herzinfarkt steigt. Der sog. APOE4 Genotyp bringt ein bis zu 30-fach erhöhtes Risiko mit sich, an Alzheimer zu erkranken, als auch ein erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE) zu erleiden. Deswegen wird das APOE auch als Alzheimer-Gen, aber auch als Antikokosfett-Gen bezeichnet. Denn, nicht jeder, der einen APOE4 Genotyp mitbringt, bekommt auch Alzheimer oder HKE. Viel wichtiger ist aber die Information per se, denn sie liefert uns einen Ansatzpunkt einer personalisierten Ernährungsberatung. Denn APOE4 Genotypen sollten unbedingt den Konsum von gesättigten Fetten meiden, demnach auch Kokosfett.


Der APOE4 Genotyp

In der Nutrigenetik, also dem genbasierten Ernährungscoaching, bestimmen wir über eine Speichelprobe den sog. APOE Genotyp. Dieser setzt sich zusammen aus der Kombination von zwei Genvarianten des APOE Gens. Wir unterscheiden dann zwischen APOE2, APOE3 und APOE4 Genotypen. Die Risikovariante für Alzheimer oder HKE ist der APOE4.


APOE Typen

APOE 2 — Menschen mit diesem Genotyp können sehr gut mit einer High-Fat Diät umgehen und können auch die positiven nutrigenomischen Eigenschaften von Kokosfett genießen.APOE 3 — ist der sogenannte Wildtyp. Also der Genotyp, der in der Bevölkerung am häufigsten vorkommt. Menschen mit diesem Genotyp können sehr gut mit einer High-Fat Diät umgehen und können auch die positiven nutrigenomischen Eigenschaften von Kokosfett genießen.APOE 4 — hat Probleme mit dem Abtransport von Cholesterin und Triglyceriden aus der Blutbahn, sollten demnach gesättigte Fette meiden und vor allem auf einfach ungesättigte Fette, wie Olivenöl, Avocadoöl und Macadamiaöl zurückgreifen.

Da wir Menschen immer zwei Gene bzw. ein Genpaar besitzen, eines von Mama und eines von Papa, lauten die Genotypen dann beispielsweise APOE3/4 oder APOE4/4. D.h. beide Gene können Varianten mitbringen. Der APOE4/4 bezeichnet in diesem Fall die Variante, die das höchste Risiko für Alzheimer und HKE bezeichnet.


Nutrition Coaching von Morgen

Im Functional Nutrition entfernen wir uns mit einem großen Schritt von allgemeinen Ernährungsempfehlungen. 25.000 Gene mit mehreren Varianten würden ein Ernährungscoaching nach jeder Genvariante ins unendliche treiben. Ausserdem gibt es ja noch die Epigenetik, die unsere Genexpression kontrolliert. Sog. „High-Impact-Genes“, also Gene, die eine große Auswirkung mit sich bringen, liefern uns aber Informationen für ein Coaching, das auf dem höchstmöglichen Niveau, den Genen, stattfinden kann. Im Falle des APOE4 Genotypen sollte ausdrücklich auf den Konsum von Kokosfett verzichtet werden und überwiegend auf einfachgesättigte Fette zurückgegriffen werden. Jedoch APOE2 oder APOE3 Genotypen können sich sogar beim Konsum von Kokosfett auf die positiven Auswirkungen freuen.


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Sebastian


Informationen zu unserer Ausbildung zum Functional Nutrition Specialist findest Du hier.


Quellen:


Gong, Jian-Sheng, Shin-ya Morita, Mariko Kobayashi, et al. 2007 Novel Action of Apolipoprotein E (ApoE): ApoE Isoform Specifically Inhibits Lipid-

Particle-Mediated Cholesterol Release from Neurons. Molecular Neurodegeneration 2: 9.


Gureje, Oye, Adesola Ogunniyi, Olusegun Baiyewu, et al. 2006 APOE ε4 Is Not Associated with Alzheimer’s Disease in Elderly Nigerians. Annals of Neurology 59(1): 182–185.


Lambrinoudaki, Irene, George Kaparos, Demetrios Rizos, et al. 2009 Apolipoprotein E and Paraoxonase 1 Polymorphisms Are Associated with Lower Serum Thyroid Hormones in Postmenopausal Women. Clinical Endocrinology 71(2): 284–290.


Li, Hui, Padmaja Dhanasekaran, Eric T. Alexander, et al. 2013 Molecular Mechanisms Responsible for the Differential Effects of apoE3 and apoE4 on Plasma Lipoprotein Cholesterol Levels. Arteriosclerosis, Thrombosis, and Vascular Biology 33(4): 687–693.


Superko, H. Robert 2009 Advanced Lipoprotein Testing and Subfractionation Are Clinically Useful. Circulation 119(17): 2383–2395.

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